11. Dezember 2017

Antrag zur Förderung des Jugendaustausches mit der LWL-Partnerregion Westflandern (Flandern)

Kriegsgräber in Belgien

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zu entwickeln und umzusetzen, um Jugendlichen aus den Gebietskörperschaften des LWL internationale Begegnungen mit Jugendlichen in der Partnerregion Westflandern (Flandern) zu ermöglichen.

 

  1. Sollte eine Umsetzung durch das Landesjugendamt im Jahr 2018 wegen der Kurzfristigkeit der Antragstellung nicht möglich sein, so beantragen wir, den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, mit der Organisation und Durchführung dieser Jugendaustausche zu beauftragen.

 

Dafür sind Haushaltsmittel im Bereich Jugendförderung in Höhe von 30.000,- Euro einzustellen.

 

Der LWL unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur Provinz Westflandern (Flandern). Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde vom 10. April bis zum 07. August 2016 die LWL-Fotoausstellung „Front 14/18“ im „Memorial Museum Passchendaele 1917“ in Zonnebeke gezeigt. Der erste Weltkrieg hat für unsere Partnerregion auch heute noch eine große Bedeutung. Bei jährlichen Gedenkfeiern wird die Erinnerung sehr präsent gehalten. Es besteht eine stark ausgeprägte Erinnerungskultur, die gepflegt wird. Dabei gilt für uns in Westfalen-Lippe und unserer Partnerregion Westflandern (Flandern) gleichermaßen, dass sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts nur durch die Erinnerung an den ersten Weltkrieg erschließt. Diese Erinnerung ist Voraussetzung für die Überwindung von nationalstaatlichen Interessen, die eine solche ungeheure Zahl von Opfern im ersten Weltkrieg hervorgebracht hat. Diese Erinnerung ist Begründung für das Engagement für den europäischen Gedanken. Gerade in der heutigen Zeit ist ein sozialpädagogisches friedenspolitisches Projekt wichtiger denn je.

Ein regelmäßiger Jugendaustausch zu diesem Thema ist ein geeignetes Mittel, um Prävention gegen Rechtsradikalismus zu realisieren. Begegnung mit Menschen, die einmal Feinde waren, wie auch das Wissen über Ursachen, Ablauf und Folgen dieses Krieges können verhindern, dass diese Schrecken der Geschichte verharmlost werden.

Erinnerungskultur zielt auf eine historisch-moralische Bildung ab. Ziele sind dabei das Einüben von Demokratie und die Entwicklung von Zivilcourage. Diese Bildungsziele gehen über einen rein schulischen Bildungsbegriff hinaus und berühren auch die Jugendsozialarbeit. Der LWL sollte daher Begegnungen von jungen Menschen aus den anhängigen Gebietskörperschaften ermöglichen und finanziell unterstützen. Jugendfahrten, die im Bereich von Schulen didaktisch vorbereitet werden, können gerade im Jahr 2018 der Partnerschaft mit Westflandern (Flandern) einen neuen Impuls geben. Sie knüpften an das große Interesse der Ausstellung „Front 14/18“ an.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, besitzt die konzeptionelle Grundlage und mit drei hauptamtlichen Kolleg*innen für die Bildungsarbeit in Westfalen-Lippe auch die personellen Ressourcen, um im Rahmen seines Bildungsprogramms an solchen internationalen Jugendaustausch-Projekten in Westflandern (Flandern) teilzunehmen.

gez. Thomas Hinze, Norbert Ostermann, Gabriele Wentzek, Martina Müller, Heinz Entfellner